Camping L´Anse du Brick

Luxusferien mit Meerblick

France

Tipp für alle Frankreich-Freunde, die das Besondere lieben: Camping L´Anse du Brick auf einem früheren Steinbruchgelände in der Normandie, zauberhaft über der gleichnamigen Bucht gelegen – dort, wo die Halbinsel Contentin weit in den Ärmelkanal hineinragt.

Fröhlich plappernde Paare und Familien, bepackt mit bunten Badetüchern und Schwimmbrettern, schlendern auf Camping L´Anse du Brick hinunter zur schönen Atlantikbucht. „Hallo, was macht ihr hier? Wohin geht die Reise?“, rufen einige Strandpilger beim Anblick des herannahenden Traktorgespanns von Ursula und Ernst Kuhn. Die Schweizer Eheleute erwidern freudig, dass sie demnächst per Schiff vom nahe gelegenen Hafen in Cherbourg über den Ärmelkanal übersetzen wollen. Ziel sei ein Treffen mit historischen Landmaschinen in der südwestenglischen Grafschaft Dorset.

Ihr betagter Trecker ist ein rares, tipptopp gepflegtes Exemplar des Herstellers Hürlimann. Am Haken: ein selbst gefertigter, heimelig eingerichteter Wohnanhänger im Châlet-Stil. Der Zufall will, dass Mitte der 1960er Jahre – zeitgleich mit der Produktion der Zugmaschine im schweizerischen Wil – in Frankreich in der Normandie auf der Halbinsel Cotentin die Planungen zum Bau dieses Campingplatzes ihren Anfang nahmen. Damals kauften Yvonne und Angiolino Patrizi, ein Bauunternehmerpaar aus Paris, beim Dorf Maupertus-sur-Mer einen stillgelegten Steinbruch samt den brachen Gebäuden und Anlagen sowie ein 17 Hektar großes Waldstück, beseelt vom kühnen Plan, das wilde Terrain in eine schmucke Ferienanlage zu verwandeln.

Zwischen den Bäumen stürzt heute wie damals ein Bach in Kaskaden Richtung Meer. Die Arbeiten gestalteten sich schwieriger als gedacht, denn es gab weder Wasseranschluss noch Kanalisation. Der Bau einer Kläranlage war ebenfalls notwendig, erst danach konnten die Stellplätze und Sanitäranlagen entstehen. Im Jahr 1966 eröffnete das Restaurant „La Maison Rouge“ im wieder errichteten früheren Verwaltungsbüro. Das namensgebende Dach aus roten Ziegeln, das bis dahin den Fischern den Weg wies, wich einem traditionellen Schieferdach. Auffälligstes Relikt heute sind die beiden Granitfelswände, die sich über dem Gelände erheben. Zwischen dem Grün zu ihren Füßen lugen unter anderem noch ein Steinbrecher und das Pulvermagazin hervor.

Links: Pool (20 x 6,5 m) zur Erfrischung zwischendurch. Mitte: Hingucker Hortensien: Blütenpracht in Weiß und Pastelltönen vor dunklem Meeresblau. Rechts: Ein ehemaliger Steinbruch als Kulisse

2017 erwarben die Geschwister Valérie d´Enquin und Jean-Louis Guérineau den Campingplatz; beide kommen aus der Branche, besitzen jahrelange Erfahrung und gelten als ausgesprochen innovationsfreudig. Ihr sofort umgesetztes Erneuerungspaket enthielt zum Beispiel die Schaffung der Stellplatz-Kategorie „Confort Plus“. Deren hervorstechendstes Merkmal sind die schicken, mit Kühlschrank ausgestatteten, privaten Sanitärhäuschen. Ein weiteres Angebot auf L´Anse du Brick sind die 150 Quadratmeter großen Parzellen mit Meerblick „Premium Vue Mer“.

Der Begriff Brick könnte im Übrigen vom gleichnamigen, früher bei Piraten beliebten Zweimastsegelschiff rühren – oder vom Wort „brekka“, womit die Wikinger einen Hügel bezeichneten. Von der Brick-Bucht windet sich ein schmaler Wanderpfad (GR 223) am Fort Lévi vorbei zum gleichnamigen Kap mit Leuchtturm. Von der Festungsmauer bietet sich ein schöner Ausblick auf Cherbourg und die Küste. Wer möchte, kann für die Rückkehr einen anderen Weg wählen: Dieser führt durch kleine, beschauliche Dörfer, wie etwa Val Bourgin oder La Judée, und passiert den Bois de Maupertus, ein naturbelassenes Waldgebiet rund um den Campingplatz (Gehzeit: ca. 2,5 Std.).

Text und Fotos: Thomas Cernak

Camping L’Anse du Brick

Die Region

Wie ein Daumen ragt die Cotentin-Halbinsel in den Ärmelkanal. An ihrer etwa 350 km langen Küste wechseln sich steile Klippen mit Sandbuchten ab, zwischen Granitfelsen zwängen sich winzige Fischerorte. Steinwälle, heckengesäumte Weiden und Ginsterbüsche prägen das dünn besiedelte Landesinnere. An der Nordwestspitze ragt einsam das Cap de la Hague über dem tosenden Meer. Größte Stadt mit 90.000 Einwohnern ist Cherbourg-Octeville, die mit einer zwar eher kleinen, aber recht einladenden Innenstadt mit vielen Einzelhandelsläden und großer Kneipendichte aufwartet. Besonders lohnend: ein Besuch des Meeresmuseums Cité de la Mer mit riesigem Aquarium. Bereits die Normannen errichteten über Carisborc eine Festung. Vom in 112 Meter Höhe gelegenen Fort du Roule lässt sich der Hafen am besten überblicken. Er wurde 1858 von Napoleon III. eingeweiht und gilt als einer größten künstlich geschaffenen der Welt. Wenig später begann die Ära der transatlantischen Personenschifffahrt, heute verkehren von hier hauptsächlich Autofähren nach England und Irland.

Der Campingplatz

Die Terrassenanlage ist seit diesem Jahr Mitglied im erlesenen Kreis der „Leading Campings of Europe“. Die Terrassenanlage erhebt sich in einer Bucht 13 km östlich der Stadt Cherbourg. 
179 Touristenplätze befinden sich teils auf naturbelassenem Buschgelände, teils unter hohen Eichen. Einige Parzellen bieten einen schönen Ausblick auf Küste und Meer. Zum Strand gelangt man über eine Fußgängerbrücke. Öffnungszeit: Anfang April bis Anfang/Mitte September.

Standort & Adresse:

Camping L´Anse du Brick 
18, Anse du Brick,
50330 Maupertus-sur-Mer, Frankreich

Tel: +33 2 33 54 33 57

E-Mail: ansedubrick[at]gmail.com
Internet: www.anse-du-brick.fr

 

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