Rundtour durch
Frankreichs Süden

Frankreich

France

Frankreich ist nicht nur Côte d’Azur, Provence und Bretagne. Malerische Städte und eine großartige Natur findet man auch in der Region Midi-Pyrénées, die wir auf unserer Tour von Lyon bis zu den Pyrenäen und vom Mittelmeer bis zum Atlantik besuchen. 

Impressionen

Frankreich einmal anders, haben wir uns gedacht und eine Tour geplant, die abseits der großen Touristenrouten verläuft. Die erloschenen Vulkane der Auvergne liegen genauso auf dem Weg wie die Schluchten des Tarn, zahlreiche historische Städte, die wilde Natur der Pyrenäen, das riesige Weinbaugebiet des Medoc und die prähistorischen Zeugen der Vergangenheit im Pèrigord. Dabei stoßen wir immer wieder auf Orte, die zum Weltkulturerbe zählen und unter dem besonderen Schutz der UNESCO stehen. Und wir erlebten ein Land zwischen großartiger Natur und beeindruckender Kultur.

Die Puys der Auvergne, das Land der erloschenen Vulkane, besucht man eigentlich nur, wenn man ohnehin in der Gegend ist, aber eigentlich ganz woanders hin will. Hier trifft man daher vor allem auf Franzosen und entwickelt schnell ein Gefühl von Erholung weitab von jeder Hektik. Wir reisen über die Autoroute aus Richtung Lyon an und suchen einen Campingplatz am Lac Chambon auf, als Basis für Rundfahrten durch die Gegend. Von hier aus ist der berühmte Puy de Dôme nicht weit, von dem man den besten Blick auf die gesamte Chaîne des Dômes hat. Wir verzichten auf den Komfort der Panoramabahn und machen uns stattdessen auf den schweißtreibenden Weg über die alte Chemin Des Muletiers, die über mehrere Serpentinen vom Parkplatz am Col de Ceyssat zum Gipfel des Berges führt. Auf dem Rückweg zum Lac führt der Weg am Château de Murol vorbei. Seine geradezu düster wirkenden massiven Mauern bilden ein weithin sichtbares Wahrzeichen dieser fast schon gespenstig wirkenden Region mit ihren bewaldeten Vulkankegeln. 

Links: Die Ruine der mittelalterlichen Burg Château de Murol steht heute unter Denkmalschutz. Rechts: am Puy de Dôme, einem 1.465 Meter hohen erloschenen Vulkan.

Die Grands Causses bilden den westlichen Ausläufer des Massiv Central. Die Hochebene zwischen den Cevennen im Osten und dem Périgord im Westen wird von eindrucksvollen Schluchten geprägt, die mehrere Flüsse in das weiche Gestein gegraben haben. Die Fahrt durch die berühmten Schluchten des Tarn erscheint uns mit einem stattlichen Wohnmobil wie dem Hobby OPTIMA ONTOUR allerdings doch etwas zu abenteuerlich. Aber zumindest den atemberaubenden Blick von der Pointe Sublime wollen wir uns nicht entgehen lassen. Wir steuern dafür den netten Campingplatz oben auf dem Plateau an und erreichen von dort nach wenigen Minuten zu Fuß die Felskante direkt über der Schlucht.

Sehenswert sind hier auch die nahegelegenen Tropfsteinhöhlen der Grotte de l’Aven Armand. Wir aber wollen uns anschauen, wo der berühmte Blauschimmel-Käse herkommt und nehmen Kurs auf Roquefort-sur-Soulzon. Der Weg dorthin führt über den atemberaubenden Viaduc du Millau. Die fast zweieinhalb Kilometer lange Brücke überspannt in einer Höhe von 270 Metern das Tal des Tarn und ist die längste Schrägseilbrücke der Welt. Am östlichen Ende der Brücke gibt es eine Raststätte, von der man einen guten Blick auf diese Brückenkonstruktion der Superlative hat.

In den Caves der Société Roquefort lassen wir uns bei einer geführten Tour erklären, was den weltberühmten Käse aus den Felsenhöhlen über dem Ort so unnachahmlich macht und packen im Anschluss der Führung einen ausreichenden Roquefort-Vorrat ein, bevor es mit dem Reisemobil weiter nach Albi geht.

Auch Albi liegt am Tarn. Wer den Fluss auf der alten Bogenbrücke überquert, wird mit einem eindrucksvollen Blick auf die Silhouette der geschichtsträchtigen Stadt belohnt. Ihr gut erhaltenes Bischofsviertel gehört zum UNESCO-Welterbe. Dort liegt auch das sehenswerte Musée Toulouse-Lautrec, das nach dem in Albi geborenen Maler Henri de Toulouse-Lautrec benannt wurde.

Auf kurvenreicher Strecke gelangen wir von Albi nach Castres, wo wir den Campingplatz etwas außerhalb der Stadt ansteuern und am nächsten Tag entspannt per Bus ins Stadtzentrum fahren. Echte Hingucker in Albi sind die farbenfrohen alten Gerberhäuser direkt am Flussufer.

Ein Sightseeing-Highlight der Region Okzitanien ist ohne Zweifel die imposante Cité de Carcassonne. Die mittelalterliche Festungsstadt mit ihren mächtigen Türmen und Wehranlagen zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ihre Größe und ihr Erhaltungszustand sind einzigartig in Europa. Entsprechend groß ist auch das touristische Interesse, das fast das ganze Jahr über für pulsierendes Leben im Inneren der gewaltigen Mauern sorgt. Wir stellen das Reisemobil auf dem nahegelegenen Campingplatz ab und erreichen die Stadt bequem zu Fuß.

Weinliebhaber kommen im Südwesten Frankreichs voll auf ihre Kosten. In Saint Émilion (links) kann man sich mit edlen Tropfen der Region – wie etwa einem Grand Cru – gut eindecken.

Carcassonne und die nächste mittelalterliche Festungsstadt Villefanche-de-Conflent trennt eigentlich nur eine kurze Tagesreise. Doch der Weg über die A9 in Richtung Pyrenäen führt verführerisch nahe am Mittelmeer entlang. Dieser Verlockung können wir nicht widerstehen und so entschließen wir uns zu einem kleinen Badeaufenthalt in Port Leucate. Das Reisen mit dem Wohnmobil bietet halt immer den Vorteil, dass man seine ursprünglich geplante Route ganz spontan ändern kann!

Villefranche-de-Conflent erreichen wir daher mit zwei Tagen Verspätung und stellen den OPTIMA ONTOUR erst einmal auf einem Stellplatz direkt am Bahnhof ab. Hier startet nämlich der Petit Train Jaune, den wir für einen Tagesausflug mitten in die Pyrenäen nutzen wollen. Die mehrstündige Fahrt mit dem „kleinen gelben Zug“ bis zum Zielbahnhof ist uns zu weit, aber Mont-Louis-la Cabanasse scheint auch ein interessantes Ziel zu sein. Die dortige Zitadelle des Festungsbaumeisters Vauban zählt zum UNESCO-Welterbe und wird noch heute genutzt.

Sehenswert ist auch der erste von Félix Trombe erbaute Sonnenofen am Ortsrand. Damit wurde erstmals bewiesen, dass sich die thermische Energie der Sonne nutzen lässt. Zurück in Villefanche-de-Conflent steht ein Besuch der alten Festungsstadt auf dem Programm. Sie ist zwar weitgehend unbekannt, aber für uns die schönste ihrer Art in Frankreich. 

Unser nächstes Ziel in den Pyrenäen liegt ein gutes Stück weiter westlich und führt über Andorra in den Teil der Pyrenäen, der von einer alpinen Gebirgslandschaft geprägt wird. Unser Ziel ist die Cirque de Gavarnie, ein imposanter Felsenkessel direkt an der Grenze zu Spanien. Vom gleichnamigen Ort geht ein Wanderweg ab, der nach gut zwei Stunden zu einem Rasthaus in 1.700 Meter Höhe direkt am Eingang der Cirque führt. Als wir morgens vom nahegelegenen Campingplatz losfahren, liegen die Berge noch im Nebel und wir befürchten, dass es an diesem Tag nichts zu sehen gibt. Aber in letzter Minute klart das Wetter auf und der grandiose Blick auf die höchsten Wasserfälle Europas ist frei.

Von den Bergen fahren wir weiter zum Atlantik, genauer gesagt: zur Dune du Pilat bei Arcachon. Sie ist mit einer Länge von 2,7 Kilometer und einer Höhe von bis zu 110 Metern die größte Wanderdüne Europas. Der Besucherandrang ist auch an diesem Sommertag beeindruckend, aber mit etwas Glück und Augenmaß finden wir noch eine Parklücke für den OPTIMA ONTOUR auf dem großen baumbestandenen Parkplatz. Der schweißtreibende Aufstieg lohnt sich, denn er wird mit einem grandiosen Ausblick belohnt. Wir beschließen, zwei Tage zu bleiben und legen einen kleinen Badeaufenthalt in Biscarosse Plage ein.

Danach erreichen wir Saint Émilion im Médoc. Der weltberühmte Weinort auf einem Hügel über dem Dordogne-Tal und das umliegende Weinbaugebiet sind jedem Weinliebhaber ein Begriff. Wein spielt auch in Bergerac eine wichtige Rolle. Hier ist die Cave Coopérative de Manbazillac eine gute Adresse, um edle Tropfen zu bunkern. In jedem Fall sollte man sich den historischen Kern der charmanten Stadt an der Dordogne mit ihren typischen Fachwerkhäusern ansehen. Zum Parken empfiehlt sich der kostenlose Platz an der Rue Junien Rabier. 

Wir wollen jedoch weiter, und zwar ins Tal der prähistorischen Höhlen am Fluss Vézère. Hier befindet sich auch die Grotte de Lascaux mit ihren weltberühmten Höhlenmalereien. Leider ist der Zugang zu den prähistorischen Stätten nicht mehr gestattet. So kann die Grotte de Lascaux heute nur noch in Form einer Replika betrachtet werden. Wir suchen daher das Städtchen Les Eyzies-de-Tayac auf, um uns zumindest im dortigen Musée National de Préhistoire einen Überblick zu verschaffen. Der Ort ist durch seine prähistorischen Felsenwohnungen hoch über dem Fluss bekannt, die aber ebenfalls für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich sind. So ziehen wir uns in unsere gemütliche mobile Ferienwohnung zurück und genießen den Abschluss unserer erlebnisreichen Tour durch Frankreichs facettenreichen Süden bei einem Gläschen Grand Cru im OPTIMA ONTOUR. 

Text und Fotos: Stephan E. Wolf

Mit dem Petit Train Jaune, dem kleinen gelben Zug, kann man von Villefranchede-Conflent aus einen spannenden Tagesausflug in die Pyrenäen machen.

1. Camping Les Saules Lac Chambon

Dieser gepflegte Campingplatz ist ein idealer Ausgangsort für Touren durch die Auvergne. Es gibt einen Pool, aber man kann auch direkt im See baden: 

Le Lac Chambon
63790 Chambon-sur-Lac 

lessauleschambon.com

2. Camping Cassaduc

Wer von der Point Sublime den einmaligen Blick auf die Schlucht des Tarn genießen will, findet in diesem Platz ein schönes und weitgehend naturbelassenes Domizil. Der Platz bietet alle Einrichtungen, allerdings sollte man sich schon vorher mit allen nötigen Lebensmitteln eingedeckt haben. Ein paar Schritte über die Straße und eine kleine Wiese und man steht direkt am Felsabhang, um das Naturschauspiel zu bewundern:

Route du Point-Sublime
48500 St. Georges de Lévejac

camping-cassaduc.com

3. Aire de Camping Cars Albi 

Den Campingplatz von Albi gibt es nicht mehr, auch wenn er in den Apps noch aufgeführt wird. Es gibt jedoch einen großen Reise­mobil-Stellplatz auf der rechten Seite des Tarn. Er ist kostenlos, bietet aber auch keinerlei Serviceleistungen: 

Chemin de Pratgraussals
81000 Albi

4. Camping Gourjade

Der Platz liegt am Ortsrand von Castres. Er ist Teil eines Parks und befindet sich neben dem Golfplatz der Stadt. Sanitäreinrichtungen sowie Ver- und Entsorgung sind in Ordnung. Nach vorheriger Anmeldung erhält man morgens sogar frisches Baquette: 

Parc de Gourjade
Avenue Requecourbe
81100 Castres

campingdegourjade.net

5. Camping de la Cité

Der gepflegte Campingplatz ist nur 30 Gehminuten von der mittelalterlichen Cité entfernt. Die Stellplätze sind durch halbhohe Hecken unterteilt und bieten dadurch eine angenehme Privatsphäre. Es gibt eine Snackbar und mehrere Sanitärpavillons. In unmittelbarer Nähe ist auch ein ganzjährig geöffneter Wohnmobil-Stellplatz mit Bezahlschranke. Hier kann man lediglich den Abwassertank entleeren. Strom, Frischwasser und Fäkalienentsorgung sind hier nicht vorhanden:

Chemin Bernard 
Délicieux, 11000 Carcassonne

campingcitecarcassonne.com

6. Stellplatz Villefranche-de-Conflent

Villefranche-de-Conflent ist Startpunkt des Petit Train Jaune. Der beste Standort für das Reisemobil ist der Parkplatz direkt am Bahnhof. Er ist über Nacht kostenlos, und man zählt morgens zu den Ersten, um eines der begehrten Tickets zu erwerben. Zur Besichtigung der mittelalterlichen Stadt kann man das Fahrzeug stehen lassen und ein paar Minuten zu Fuß gehen. 

7. Camping Le Rotja

Der Campingplatz in dem kleinen Bergdorf Fuilla liegt etwa 15 Minuten von Villefanche entfernt. Auf dem unter holländischer Leitung stehenden Platz steht man unter schattigen Bäumen. Alle Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten sind vorhanden und die Ruhe ist einmalig. Es gibt einen Pool, und wer nicht im Fahrzeug kochen will, dem bereitet die Frau des Besitzers jeden Abend eine kleine Mahlzeit zu: 

11 Avenue de la Rotja, 
66820 Fuilla

Tel. +33 0 820 007 498

camping-lerotja.com

8. Stellplatz Gavarnie

Am Ausgang des Orts gibt es zahlreiche Stellplätze links und rechts der Straße. Sie sind gebührenpflichtig. Es gibt aber keinerlei Serviceeinrichtungen. Von hier aus kann man in rund zwei Stunden hoch zu den Wasserfällen des Circe de Gavarnie wandern. 

9. Le Pain de Sucre

Der weitgehend naturbelassene Platz liegt an einem rauschenden Fluss direkt an der D921 unterhalb von Gavarnie. Neben einem kleinen Restaurant und gepflegten Toilettenanlagen steht hier auch eine Ver- und Entsorgungsstation für Wohnmobile zur Ver­fügung:

Quartier Couret
65120 Gavarnie-Gèdre

camping-gavarnie.com

10. Camping Le Vivier Campéole

Dieser lebhafte Campingplatz am Rand von Biscarosse Plage ist ein Eldorado für Surfer, die hier im Sommer in recht großen Scharen 
auftreten. Zum unendlichen Sandstrand führt ein breiter Fußweg. Ansonsten ist alles vorhanden, was man von einem Platz dieser Kategorie erwartet:

681 Rue du Tit, 
40600 Biscarosse

campeole.com

11. Aire de camping car Biscarosse

Dieser Stellplatz liegt unmittelbar hinter Camping Le Vivier Campéole und kommt in der Saison schnell an die Grenze seiner Kapazität. Dafür ist der kilometerweite Sandstrand nur ein paar Schritte entfernt.

12. Camping Yelloh Village Saint Emilion

Der parkähnliche Campingplatz ist ideal zum Besuch von Saint Émilion. Den gut besuchten Ort erreicht man am besten mit dem Fahrrad, denn ein Parkplatz ist dort eher Glücksache. Der Campingplatz selbst liegt an einem kleinen Teich und bietet großzügige Parzellen, die meist durch hohe Hecken voneinander getrennt sind:

2 Les Combes
33330 Saint-Émilion

camping-saint-emilion.com

13. Camping la Riviere

Der schmucke Campingplatz am Fluss Vézère eignet sich gut zum Besuch des Ortes mit seinem prähistorischen Museum. Neben Ver- und Entsorgung für das Wohnmobil gibt es einen Shop, frische Baguettes und ein Restaurant:

3 Route des Sorcier, 
24620 Les Eyzies-de-Tayac-Sireuil

lariviereleseyzies.com

14. Aire de camping car des Eyzies de Tayac Sireuil 

Der großzügige Stellplatz am Ortsrand ist ein bequemer Übernachtungsplatz mit Toilette sowie Ver- und Entsorgungsstation: 

10 Promenade de la Vézère
24620 Les Eyzies-de-Tayac-Sireuil

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