Im Land
der roten Pferdchen

Siljansee

Sweden

Bei einer Rundreise um den idyllischen Siljansee kommt keine Hektik auf. Die malerische Landschaft, die hübschen Orte, die naturnahen Campingplätze und die berühmten DalaPferde machen den Reiz dieser Region aus.

Impressionen

Camping-Urlaub in Schweden liegt voll im Trend. Eine herrliche Destination ist der Siljansee in der mittelschwedischen Provinz Dalarna. Über das ganze Land verteilt gibt es rund 96.000 Seen. Der Siljansee ist mit einer Fläche von 290 Quadratkilometern der siebtgrößte See des Landes. Rund um den schwedischen See ist man mit dem Caravan oder Reisemobil entspannt unterwegs, denn reizvoll gelegene Campingplätze und zunehmend auch Stellplätze sind ausreichend vorhanden.

Der Siljansee und der sich nördlich anschließende Orsasee bieten Ruhe und Erholung. Dabei kommen auch Aktivurlauber auf ihre Kosten. Tradition wird in der Region groß geschrieben. Das kann man insbesondere beim Mittsommerfest, das in Schweden rund um den 21. Juni gefeiert wird, hautnah miterleben. Darüber hinaus wartet die Gegend mit einzigartigen Attraktionen wie dem Grubenmuseum von Falun auf.

Wer sich von Süden dem See nähert, sollte in Falun einen Stopp einlegen und das Grubenmuseum besuchen. Am Rande der Stadt kann man sich auf spannende Art und Weise über den Erzabbau informieren und einen Stollen besichtigen. Das ehemalige Kupferbergwerk steht heute sogar auf der UNESCOWeltkulturerbeliste. Bei einer Führung erfährt man, dass bereits im 16. Jahrhundert die Pigmente des Abraums aus dem Kupferbergbau zur Herstellung von Farbe genutzt wurden. Daher trägt die typische rote Farbe schwedischer Häuser den Namen Falunrot.

Abendstimmung am Orsasee: Die Sonne lässt sich mit dem Untergehen Zeit, die Tage im Hochsommer sind daher lang.

Der Ort Rättvik liegt direkt am See. Gleiches gilt für den Campingplatz Siljansbadet. Ein Platz mit einem kinderfreundlichen Sandstrand, an dem man sich nach der langen Anreise gut mehrere Tage erholen kann, zumal die Tage im Sommer lang sind und es nachts kaum dunkel wird. In dieser Zeit ist auch das Wasser des maximal 134 Meter tiefen Siljansees angenehm warm. Gleich nebenan schiebt sich die über 600 Meter lange hölzerne Seebrücke in den Siljan. Sie bietet die Möglichkeit, zum Schwimmen direkt ins tiefe Wasser zu gleiten. Entstanden ist der Siljansee übrigens durch einen Meteoriteneinschlag vor rund 370 Millionen Jahren. Einen fantastischen Ausblick auf den See und die Landschaft hat man vom 352 Meter hohen Hausberg Vidablick, den man zu Fuß erklimmen kann oder wesentlich kräftezehrender mit dem Rad hinauffährt.

Mit der Ruhe am See ist es Ende August eine Weile vorbei, wenn anlässlich der „Classic Car Week“ unzählige Freunde amerikanischer Straßenkreuzer mit ihren auf Hochglanz polierten Autos nach Rättvik pilgern. Schaulustige stellen dann ihre Klappstühle an der Straße auf, versorgen sich mit Bier aus der Kühlbox und zollen den passierenden Amischlitten ihren Respekt. Nur wenige Schritte sind es vom Campingplatz ins Zentrum von Rättvik. Vor dem Rathaus steht ein großes Dala-Pferd. Das Aushängeschild der Region ist mittlerweile im ganzen Land und weltweit in allen IKEA-Filialen erhältlich.

Eine halbe Autostunde nordwestlich von Rättvik liegt das Dorf Nusnäs. Hier wird in den Schreinereibetrieben das Dala-Pferd gefertigt und man kann den Mitarbeitern beim Bemalen der kleinen roten Holzpferde über die Schulter schauen – oder besser noch: einen Rohling kaufen und selber bemalen.

Auch in Mora, dem größten Ort am Siljansee, lädt ein Campingplatz am Rande des Zentrums zum Aufenthalt ein. Beim Rundgang durch Mora erfreut man sich an der schönen Seepromenade samt riesigem Dala-Pferd, an kurzweiligen Bootsausflügen, dem breiten Sandstrand am Freibad, dem netten Stadtzentrum und dem Zorn-Museum. In dem früheren Wohnhaus des Künstlers Andreas Zorn (1860 - 1920) befindet sich heute das Kunstmuseum, in dem man die Werke des bedeutenden Malers und Bildhauers bestaunen kann. Staunen wird man sicherlich auch über die Ausdauer der Skilangläufer, die alljährlich Anfang März beim legendären Vasa- Lauf in Mora durch das Ziel laufen. Immerhin gehen dann rund 15.000 Sportler an den Start und meistern die 90 Kilometer lange Strecke von Sälen nach Mora. Gleich neben dem Zieleinlauf kann man sich in dem Vasa-Lauf-Museum über den härtesten und größten Skilanglauf der Welt informieren.

Von Mora kann man mit dem Fahrrad nach Orsa fahren oder man checkt direkt bei Orsa Camping ein. Mit etwas Glück steht man mit dem Wohnwagen oder Reisemobil in erster Reihe vor dem Strand und blickt über den idyllischen Orsasee – einfach herrlich!

Gut beraten sind Camper, die ihr Fahrrad dabei haben; denn die Wege rund um die Seen laden förmlich zu ausgedehnten Radtouren ein.
Falunrot ist die dominierende Farbe der schwedischen Holzhäuser.

Für Familien bietet sich ein Ausflug zum Grönklitt Bärenpark an, in dem man neben vielen Wildtieren natürlich auch Braunbären beobachten kann. Am Rande sei erwähnt, dass auch heute noch Braunbären durch die schwedischen Wälder streifen. Bei der Umrundung des Orsasees passiert man viele kleine Höfe mit gepflegten Holzhäusern in typischem Falunrot. Alte Volvos in den Vorgärten sind hier ebenso ein Blickfang wie die blühenden Vorgärten. Von Orsa gelangt man über Mora zurück zum Siljansee und über eine Brücke auf die malerische Insel Sollerön. Bunte Blumenwiesen, kleine Wälder, Erdbeerfelder und eine buchtenreiche Küste bestimmen hier die Landschaft. Sollerö Camping ist nicht zuletzt für Golf-Freunde eine gute Adresse, denn sie müssen lediglich die Straße überqueren, um auf dem Golfplatz den Schläger zu schwingen. Die idyllische Insel eignet sich aber auch perfekt für Radtouren.

Nach dem Inselbesuch geht es in Richtung Leksand nach Siljansnäs, wo man sich im Infozentrum ausführlich über den gleichnamigen Naturpark informieren und präparierte Tiere – darunter einen Elch – bestaunen kann.

Die roten Dala-Pferdchen – und mittlerweile auch andere Tierfiguren – sind in der Region allgegenwärtig. Es gibt sie auch als Rohlinge zum Selberbemalen.

Im freundlichen Städtchen Leksand lassen wir unsere Reise ausklingen, und zwar mit einem Besuch im Freilichtmuseum. Hier kann man alte Hofgebäude aus der Region besichtigen. Gleich nebenan befindet sich der Festplatz, auf dem alljährlich beim Mittsommerfest tausende Schweden und Besucher tanzen und feiern. Weitaus geringer ist der Andrang in der prächtigen Sommervilla Hildasholm und im kleinen japanischen Garten. Wer den See von der Wasserseite kennenlernen möchte, sollte einen Bootsausflug mit dem nostalgisch anmutenden Dampfer „Engelbrekt“ unternehmen. Der Anleger befindet sich am Fluss Österdalälven, der Orsasee und Siljansee verbindet. Verlässt man Leksand über die Hauptstraße gen Süden, stößt man nach wenigen Kilometern auf die riesige Knäckebrotfabrik „Leksands“. In ihrem Shop wird Knäckebrot in sämtlichen Variationen zu günstigen Preisen verkauft – ohne Zweifel ein gesundes Mitbringsel.

Camping- und Stellplätze am Siljan- und Orsasee

Der Siljansee und der benachbarte Orsasee stehen bei schwedischen Campern hoch im Kurs. So ist der Ansturm in den Sommermonaten auf den Campinganlagen rund um die beiden Seen im Vergleich zu anderen schwedischen Campingplätzen größer. Engpässe gibt es normalerweise nicht, und eine vorherige Reservierung ist daher in der Regel nicht notwendig. Wenn man jedoch eine längere Zeit auf einem der schönen und naturnahen Campingplätze verbringen möchte und sich einen Stellplatz am Ufer wünscht, ist eine Reservierung sinnvoll. Eine hilfreiche Webseite ist hierbei www.camping.se. Für das Einchecken wird die Karte Camping Key Europe benötigt. Generell sind die schwedischen Campingplätze im europäischen Vergleich günstiger. Wildcamping ist verboten!

1. Stellplatz Grubenmuseum Falun

am Rande von Falun, befindet sich der kostenpflichtige Stellplatz. Hier steht das Reisemobil auf einem eingezäunten Schotterplatz:

www.falugruva.se

2. Siljansbadets Camping

Der schöne Campingplatz glänzt durch seine Lage direkt am Siljansee und in Gehweite zum Zentrum von Rättvik. Auf dem Vier-Sterne-Platz steht man unter hohen Bäumen und erfreut sich am Strand:

www.siljansbadet.se

3. Mora Camping

Ebene Stellplätze und die Nähe zum netten Städtchen Mora prägen den Campingplatz. Er bietet u.a. einen Badestrand am Fluss Österdalälven

www.moracamping.com

4. Orsa Camping

Der Campingplatz mit Sandstrand am Ortsrand von Orsa zählt zu den besten des Landes. Man steht unter Bäumen in der Nähe des Sees oder auf großen Rasenflächen. Zur guten Ausstattung gehören große Spielanlagen, Sauna, Bootsverleih, Pool und Gastronomie

www.orsacamping.se

5. Stellplatz Orsa Camping

Direkt neben dem Campingplatz befindet sich hinter dem Hauptgebäude der Stellplatz mit ebenen Flächen:

www.orsacamping.se

6. Våmåbadets Camping

Ruhiger und familiärer Campingplatz am nördlichen Ufer des Orsasees. Eine große Wiese und einige Plätze am Ufer unter Bäumen stehen zur Verfügung. Hier lohnt sich eine Bootstour. Bootsvermietung ist vorhanden

www.vamabadet.se

7. Caravan Club Sollerö Camping

Auf der malerischen Insel Sollerön, die man über eine Brücke erreicht, liegt der gepflegte Campingplatz. Er bietet Restaurant, Sauna und Badestrand. Ein Golfplatz befindet sich gleich nebenan:

www.sollerocamping.se

8. Leksands Camping & Stugby

Der Campingplatz liegt rund zwei Kilometer nördlich von Leksand an der Bucht Österviken. Er ist gut ausgestattet mit Spielanlagen, Wasserrutsche und Bademöglichkeiten. In der Nähe befindet sich der Freizeitpark Sommarland:

www.leksandresort.se

Buchtipp

Der Reiseführer „Schweden mit dem Wohnmobil“ von Hobby-heute-Autor Thomas Kliem zum Preis von 22,99 Euro ist eine gute Hilfe für Caravaner und Reisemobilisten. Er enthält auch eine Route zum Siljansee. Darüber hinaus liefert das Buch mit integriertem Kartenwerk viele nützliche Informationen zum Land und spezielle Hinweise zu Stell- und Campingplätzen (ISBN 978- 3-7343-1606-7).

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