Zwischen den Meeren

Nordjütland

Denmark

Im Norden von Jütland verbindet der Limfjord Nord- und Ostsee. Lange Strände, Dünen, Wiesen, Weiden und Wälder prägen die Landschaft. Ihr einzigartiges Licht lockte einst berühmte Maler an. Heute sind es auch schöne Städte wie Aalborg, Skive oder Struer, die Touristen in ihren Bann ziehen.

Mit dem eleganten Hobby OPTIMA DE LUXE auf Entdeckungstour durch Jütlands Norden. Løgstør (großes Bild) liegt an einem kleinen Kanal. Zur Landzunge Skagens Grenen gelangt man am besten zu Fuß über den Sandstrand.

Nach dem Passieren der deutsch-dänischen Grenze geht es mit dem Reisemobil oder Gespann stress- und mautfrei über die Autobahn E45 in nördliche Richtung. Man verlässt sie am besten bei Vejle und steuert den Ringkøbing-Fjord an, um dort nach der Anreise erst einmal aufzutanken. Diese Etappe führt an der Stadt Billund mit dem weltberühmten Legoland vorbei. Gerade für Familien mit Kindern ist der attraktive Freizeitpark einen ausgiebigen Zwischenstopp wert.

Im klassischen Sinne ist der Ringkøbing Fjord kein Fjord, sondern ein großer See, der durch schmale Landzungen von der Nordsee abgetrennt ist. Im Fischerdorf Hvide Sande, das für seine große Fischauktion bekannt ist, befindet sich die Schleuse zwischen dem Ringkøbing Fjord und der Nordsee. Wer sich auf dem Stellplatz in dem gemütlichen Städtchen Ringkøbing niederlässt oder auf einem der Campingplätze rund um den Ort eincheckt, kann die Region mit dem Rad oder zu Fuß in aller Ruhe erkunden. Wer es sportlicher mag, steigt kurzerhand aufs Brett, denn für Surfer und Kiter ist der flache Ringkøbing Fjord ein echter Hotspot.

Etwas weiter nördlich verlässt man die Nordseeküste und steuert den großen Limfjord an, der ebenfalls kein echter Fjord ist. Bis 1825 war er von der Nordsee abgeriegelt; doch bei der verheerenden Sturmflut wurde die Landzunge bei Agger Tange durchbrochen. Nun erstreckt sich der Limfjord auf einer Länge von 180 Kilometern zwischen der Nord- und Ostsee. Seine riesige Fläche steht nicht nur bei Wassersportlern hoch im Kurs, auch das Angebot für Camper rund um das idyllische Gewässer ist sehr gut. Sogar einige Inseln bieten Übernachtungsmöglichkeiten.

Der Limfjord präsentiert stets ein anderes Landschaftsbild: Mal ist er schmal wie ein Fluss, mal groß wie ein See. Mittendrin befinden sich interessante Inseln, die man teils per Fähre oder über Brücken erreichen kann. Die größte Insel ist Mors. Sie beeindruckt nicht zuletzt mit ihren imposanten Steilküsten. Hanklitt ist 61 Meter hoch. Hier treten rund 500 Millionen Jahre alte Erdschichten zutage. Im Dorf Nederby auf der Insel Fur kann man im Fur-Museum zahlreiche Fossilienfunde bestaunen. Anders als Mors hat man auf den kleineren Inseln wirklich den Eindruck, auf abgeschiedenen Eilanden zu sein, obwohl die Fährfahrt meist nur wenige Minuten dauert.

Ein gutes Beispiel ist Venø. Die idyllische Insel nördlich der Stadt Struer bietet einen Camping- und einen Stellplatz. Nicht minder idyllisch ist Livø. Diese Insel erreicht man mit dem Ausflugsschiff. Auf engstem Raum präsentieren sich unterschiedliche Landschaften, und im urigen Café kann man sich von der Wanderung rund um die Insel erholen. Entspannt geht es auch bei anderen Inselgästen zu: Am langen Strand von Livø sonnen sich Seehunde.

Im Süden des Limfjords lockt das Städtchen Struer mit netter Innenstadt, großer Marina samt Stellplatz und dem Werk des legendären dänischen HiFi-Spezialisten Bang & Olufsen. 1925 wurde hier die Radiofabrik von Peter Bang und Svend Olufsen gegründet.

Bei der Entdeckungsreise entlang des Limfjords sollten Besuche der Städte Skive, Nykøbing und Thisted nicht fehlen. Allesamt beeindrucken durch eine nette Altstadt und typisches dänisches Flair. Ein Muss ist vor allem ein Rundgang durch Løgstør. Der Ort ist für seine Austernfischerei bekannt und wartet zudem mit dem sehenswerten Limfjord-Museum auf. Ein besonderer Teil des Limfjords ist der durch eine Schleuse abgeriegelte Hjarbæk-Fjord. Er wird vom Fluss und nicht vom Meer gespeist und bietet daher klares Süßwasser. Im gleichnamigen Ort Hjarbæk fallen die schönen reetgedeckten Häuser sofort ins Auge.

Nordwestlich des Limfjords, an der Nordseeküste, erstreckt sich der junge Thy Nationalpark, der erst 2008 eingerichtet wurde. Die breiten Strände, Dünen, Wälder, Weiden und kleinen Seen stehen in diesem Gebiet unter Naturschutz. Das winzige Dorf Stenbjerg Landingsplads ist ein guter Ausgangspunkt für Dünenwanderungen und Strandbesuche. Spannend wird es am Strand, wenn die Fischer ihre Boote mit dem Trecker ins Wasser ziehen. Aber nicht nur der Nationalpark bietet herrliche Sandstrände, sondern auch die rund 80 Kilometer lange Jammerbucht.

Bei einem Rundgang durch Aalborg kann man sich an schönen Bauwerken wie der Budolfi-Kirche und an gepflegten Fachwerkhäusern erfreuen.

Ein echtes Kontrastprogramm bietet die quirlige Universitäts- und Kongressstadt Aalborg, für die man gut zwei Tage einplanen sollte. Die rund 125.000 Einwohner zählende Stadt gehörte im Mittelalter zu den wichtigsten Handelsstädten Nordeuropas. Imposante Bauwerke wie die Budolfi-Kirche, der Renaissancebau Jens-Bangs-Stenhus oder das Schloss Aalborghus sind Highlights der Stadt, ebenso wie das hypermoderne Jörn Utzon Centre, in dem man sich über das Leben und Werk des dänischen Stararchitekten Jörn Utzon informieren kann. Zu seinen bekanntesten Bauwerken gehört etwa die Oper von Sydney.

Von Aalborg bietet sich ein Abstecher zur nördlichen Spitze von Jütland an. Entlang der Küste reihen sich gute Campingplätze wie etwa Skiveren Camping aneinander. Sie sind ideale Ausgangspunkte zur Erkundung der Region. Sehenswert ist das Küstenstädtchen Skagen mit seinen Fischlokalen am Hafen und der versandeten Kirche (Den Tilsandede Kirke).

Eine natürliche Attraktion ist die Wanderdüne Råbjerg Mile, die größte ihrer Art in Dänemark. Der Blick von der Spitze der Düne über die Region ist fantastisch. Ebenfalls lohnt sich der Blick vom Leuchtturm Skagen auf die Landzunge Skagens Grenen. Wer durch den feinen Sand bis ans Ende der Landzunge spaziert, wird mit einem besonderen Erlebnis belohnt: Denn dort steht man wirklich zwischen den Meeren – mit einem Bein in der Nordsee und mit dem anderen in der Ostsee. Dabei kann man zusehen, wie die Wellen beider Meere sanft aneinanderschlagen.

Text und Fotos: Thomas Kliem

Impressionen

Camping- und Stellplätze im Norden Jütlands

Dänemark gehört zu den klassischen Campingnationen, daher ist das Angebot an Campingplätzen überdurchschnittlich gut. Die großen Campinganlagen sind stets familienfreundlich ausgestattet und verfügen über große Spielplätze, meist mit den Dänemark-typischen Hüpfanlagen. Hunde sind überwiegend willkommen. Wer im Sommer länger einen Platz benötigt, sollte vorher reservieren. Für kurze Aufenthalte bieten viele Campingplätze einige Stellflächen vor der Schranke an. Generell nimmt das Angebot an Reisemobil-Stellplätzen zu. Viele wurden an den Marinas eingerichtet. Hier können dann auch die Sanitäranlagen des Hafens genutzt werden. Hilfreiche Infos bietet u.a. die Webseite www.dk-camp.dk.

1. Stellplatz Ringkøbing

Am Sportboothafen steht man auf ebenen Asphaltflächen mit Blick über den Ring­købing-Fjord. In das hübsche Stadtzentrum sind es nur wenige Schritte.

2. Søndervig Camping

Familiärer Campingplatz rund 600 Meter vom Strand entfernt und ein guter Ausgangspunkt für Radtouren, Wanderungen sowie ausgedehnte Strandspaziergänge:

www.soendervigcamping.dk

3. Stellplatz Struer

Der Stellplatz an der Marina Struer ist nur wenige Gehminuten vom Zen­trum entfernt. Man steht auf einer großen Schotterfläche und blickt an den Masten vorbei auf den Limfjord. Der Check-in erfolgt am Automaten, die Sanitäranlagen des Hafens können genutzt werden:

www.struerhavn.dk

4. Venø Klit Camping

Der freundliche Campingplatz an der Ostküste der kleinen Limfjord-Insel Venø bietet ebene Rasenplätze und Bademöglichkeiten:

www.venoecamping.dk

5. Thisted Camping & Hytteferie

Wenige Kilometer östlich von Thisted gelegen blickt man aus erhabener Position von den ufernahen Stellflächen über den Limfjord:

www.thisted-camping.dk

6. Stellplatz Marina Hjarbæk

Einer der schönsten Stellplätze rund um den Limfjord. Von der ebenen Schotter­fläche sind es nur wenige Schritte in das urige Dorf:

www.viborgsejlklub.dk

7. Fur Camping

Familiärer Campingplatz mit ebenen Rasenflächen auf der Insel Fur. Zum Strand sind es rund 400 Meter:

www.furcamping.dk

8. Skive Fjord Camping

Gut ausgestatteter Campingplatz direkt am Fjord. Von einigen Plätzen hat man einen schönen Blick über den Limfjord:

www.skivefjordcamping.dk

9. Stellplatz Løgstør

An der Marina am Rande der Altstadt befindet sich dieser gute Stellplatz, der auch über ein Sanitärgebäude verfügt:

www.logstorsejlklub.dk

10. Aalborg Familie Camping

Ruhig gelegener Campingplatz nahe des Limfjords rund zwei Kilometer westlich des Zentrums von Aalborg. In der Nähe gibt es ein Freibad und das Schifffahrtsmuseum:

www.strandparken.dk

11. Stellplatz Frederikshavn

An der Marina Frederikshavn steht man auf einer Rasenfläche. In der Nähe befindet sich das Sanitärgebäude:

www.frederikshavnmarina.dk

12. Skiveren Camping

Der bestens ausgestattete Campingplatz liegt zwischen Hirtshals und Skagen an der langen Tannis-Bucht. Insbesondere das Angebot für Familien ist vorbildlich. Durch Dünen geht es zum breiten Sandstrand:

www.skiveren.dk

13. Stellplatz Skagens Grenen

Auf dem Parkplatz an der Nordspitze Jütlands sind einige Plätze zur Übernachtung vorgesehen. Ein abendlicher Spaziergang zur Landzunge Skagens Grenen ist ein Highlight, insbesondere bei Sonnenuntergang.

Infos:

www.visitdenmark.de
www.visitnordvestjylland.dk
www.visitvestjylland.dk
www.visitaalborg.com

Literaturtipp:

Der umfassende Reiseführer und Bildband „Wohnmobil-Highlights Skandinavien“ von Hobby-heute-Autor Dr. Thomas Kliem ist ein empfehlenswertes Buch für jeden Skandinavienfreund. Der Band enthält viele praktische Dänemark-Tipps mit Hinweisen zu Stell- und Campingplätzen (Bruckmann Verlag, ISBN 978-3-7343-1352-3, Preis 29,99 Euro).

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