Vom Meer umspült

Bretagne

France

Ist das Frankreich oder Irland? Oder gar England? In der Bretagne ist man sich da nie ganz sicher, wenn man an den typischen Natursteinhäusern mit ihren Schornsteinen an beiden Giebelseiten vorbeifährt.

Die Halbinsel im Westen Frankreichs trägt nicht zufällig den Namen Bretagne. Hier trifft man auf ein Frankreich, das irgendwie so gar nicht frankophil sein will. Statt Wein trinkt man Cidre und statt Cognac brennt man seit Neuestem Single Malt, Whisky made in France, den wir später in Lannion, im Norden der Bretagne, probieren werden.

Impressionen

Der Mont-Saint-Michel steht ganz am Anfang unserer Bretagne-Reise. Die Besichtigung der berühmten Felseninsel, die noch zur Normandie gehört, ist bestens organisiert und beginnt auf einem großen Parkplatz auf dem Festland – gut vier Kilometer von der Insel entfernt. Dort ist man auch mit dem Wohnmobil gut aufgehoben. Wir steuern mit unserem Hobby VANTANA allerdings den Campingplatz direkt an der Küste an. Von dort kann man über den neu angelegten Damm zu Fuß zur Insel laufen. Oder man nimmt das Fahrrad und ist in zehn Minuten da.

Abends erlebt man oft einen herrlichen Sonnenuntergang. Dann scheint es so, als stiege die Silhouette des berühmten Felsens direkt aus dem Meer empor. In der Hochsaison empfiehlt sich ein Besuch des mittelalterlichen Ortes mit seinen engen, verwinkelten Gassen und Treppen eher am frühen Vormittag, denn später sind die schmalen Gassen ziemlich überlaufen. Wir haben uns vorgenommen, zuerst die felsige Nordküste der Bretagne zu erkunden und dann quer durchs Land zu fahren, um an der Côte de Cornouaille mit ihren weitläufigen Sandstränden weiterzureisen.

Der Ausblick vom Kap Pointe de Pen-Hir auf das Meer ist fantastisch. Der historische Ort Treguir beeindruckt durch seine altehrwürdigen Bauwerke.

Dinard ist unser nächster Stopp. Direkt vom Campingplatz aus gibt es einen schönen Fußweg entlang der Felsenküste bis zu den legendären Hotels. Von der Pointe du Moulinet aus hat man einen eindrucksvollen Blick auf die alten Stadtmauern von Staint-Malo. Völlig anders präsentiert sich das Cap Fréhel weiter westlich. Ein Geheimtipp für Reisemobilisten und Caravaner gleichermaßen ist der Camping Municipal. Er liegt an der D34 nördlich von Pléhérel-Plage in einer naturbelassenen Dünenlandschaft, die ihresgleichen sucht. Das Cap selbst erreicht man am besten mit dem Fahrrad, das man auf eine Bretagne-Tour unbedingt mitnehmen sollte. Im Gegensatz zum breiten Sandstrand am Campingplatz steht man am Cap Fréhel hoch oben über den Felsen und hat einen grandiosen Blick über das tiefblaue Meer. An der Côte d‘Emeraude gibt es noch zahlreiche weitere großartige Strände, aber wir fahren weiter westwärts.

In Perros-Guirec kann man die roséfarbenen Gesteinsformationen bestaunen. Bei ihrem Anblick bekommt man den Eindruck, sie wären von einem Bildhauer direkt in die Landschaft gesetzt worden. Der schönste Weg dorthin führt über den Sentier des Douaniers, den alten Zöllnerpfad. Er beginnt westlich vom Plage de Trestraou und folgt der felsigen Küste mit den sieben vorgelagerten Inseln bis nach Ploumanac‘h. Direkt am Plage Saint-Guirec liegt das gleichnamige Hotel, das wir hungrigen Wanderern wärmstens empfehlen können. Wir machen einen Schnitt und fahren von hier aus quer durchs Innere der Bretagne Richtung Südwesten. 

Die Halbinsel Crozon liegt südlich von Brest. Hier gibt es gleich drei spektakuläre Landspitzen zu erkunden, die steil aus dem Meer aufragen und von tosender Brandung umgeben sind. Bei Kerguinou entdecken wir einen Campingplatz an einer kleinen Badebucht, der eigentlich voll belegt ist. Aber für unser kompaktes Reisegefährt, den Kastenwagen VANTANA 65, findet die hilfsbereite, Deutsch sprechende Besitzerin noch ein nettes Plätzchen.

Der Fußmarsch zur Pointe des Espagnols ist in sommerlicher Hitze eine kleine Herausforderung. Aber er erschließt ein Stück französischer Geschichte und führt zu zahlreichen Zeugnissen kriegerischer Auseinandersetzungen – zum Beispiel betonierte Befestigungsanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg. Neben dem Cap de Chévre bietet vor allem die Pointe de Pen-Hir einen beeindruckenden Blick über bizarre Felsformationen hinaus aufs Meer. Uns gefällt diese Landspitze so gut, dass wir einfach über Nacht auf dem großen Parkplatz bleiben, um den Sonnenaufgang am nächsten Tag im ersten Morgennebel fotografieren zu können.

In Quimper sollte man sich auf keinen Fall das Festival de Cornouaille entgehen lassen. Wir haben unsere Reiseroute deshalb so gelegt, dass wir genau am letzten Juli-Wochenende dort sind, um das beeindruckende Spektakel live miterleben zu können. Hier treffen sich Musik- und Trachtengruppen aus allen Regionen der Bretagne, um das Fest der keltischen Musik zu feiern. Mehr Dudelsack-Gruppen aus der Bretagne, aber auch aus Irland und Schottland kann man wohl an keinem anderen Ort sehen. Das Essen ist landestypisch, der Cidre fließt in Strömen und die Kinder in ihren Trachten strahlen vor Freude, wenn man sie fotografieren will.

In Carnac auf der Halbinsel Quiberon nehmen wir uns viel Zeit, die größten und eindrucksvollsten prähistorischen Stein-Reihen der Bretagne anzuschauen. Wer Asterix und Obelix kennt – deren kleines gallisches Dorf in der Bretagne liegt – weiß natürlich, was ein Menhir ist. Rund um Carnac gibt es gleich mehrere Felder mit schnurgeraden Reihen spitzer Steine, deren Bedeutungen bis heute niemand wirklich kennt. Es gibt aber ein sehenswertes Informationszentrum, und man kann außerdem eine kleine Rundfahrt machen. Für uns ist Carnac der Schlusspunkt der Reise durch die Bretagne. Ganz nach dem Motto, der Weg ist das Ziel, machen wir uns mit unserem treuen Reisebegleiter, dem Hobby VANTANA, in mehreren Etappen auf den Weg nach Hause und nutzten die Gelegenheit, in der einen oder anderen französischen Stadt anzuhalten, die man sonst meist nur als Schild am Autobahnrand wahrnimmt.

Campingplätze in der Bretagne

Auf unserer Tour durch die Bretagne haben wir mit dem Hobby VANTANA sieben Campingplätze angesteuert, die nah am Meer liegen und gute Ausgangspunkte für die Erkundung der näheren Umgebung sind.

1. Camping du Mont

Es ist etwas trickreich, den Campingplatz vor den Toren des Mont-Saint-Michel anzufahren. Aber wenn man es weiß, ist es ganz einfach: Vorher die Telefonnummer des Platzes notieren, vor Ort einfach anrufen und sich einen Code geben lassen. Damit kann man dann die Schranke hinter dem großen Parkplatz öffnen und fast direkt an die Küste fahren. Der Shuttle-Bus zum Mont fährt direkt vor dem Platz ab. Man kann aber auch das Fahrrad nehmen oder zu Fuß den Damm entlang laufen. Es gibt eine Ver-/Entsorgungsstation und ein paar Lebensmittel im Tourist Shop nebenan. Der macht allerdings erst am Vormittag auf.

Route du Mont-Saint Michel
50170 Le Mont-Saint-Michel

Tel.: +33 0233 60 22 10,

www.campingsaintmichel.com

2. Camping Municipal Le Port

Der Platz liegt sehr schön an einer von Felsen gesäumten Badebucht. Die Standplätze für Caravans und Wohnmobile sind in Strandnähe und bieten einen tollen Blick auf die Bucht. Man steht auf parzellierten Wiesenabschnitten, die von halbhohen Hecken gesäumt sind. Die Verund Entsorgungsstation ist vorbildlich. Das morgendliche Baguette liegt bereit, wenn man es tags zuvor vorbestellt hat. 

Rue du Sergent Boulanger,
35800 Dinard

Tel.: +33 2 99 46 10 74,

www.camping-port-blanc.com

3. Camping Municipal le Cap Fréhel

Schon die Fahrt zum Platz zwingt geradezu zum Anhalten, um einen Blick auf die grandiose Küstenlinie zu werfen. Der Platz selbst ist eine weitläufige Dünenlandschaft, in der man sein Fahrzeug dort abstellen kann, wo es am schönsten ist. Der vorgelagerte Sandstrand ist phänomenal. Zum Cap Fréhel nimmt man am besten das Fahrrad und genießt den Rundblick vom Aussichtsturm. Morgens kommt der Bäcker und bringt frisches Baguette. Ansonsten gibt es Crépes, Pizza und anderes Fast Food.

An der D34 nördlich von Fréhel

Tel. 0033 02 96 41 40 45,

www.camping.frehel.info

4. Camping du Domaine de Trestraou

Der Platz befindet sich direkt in Perros-Guirec und liegt dennoch sehr ruhig inmitten von Hecken und Bäumen. Zum Badestrand Plage de Trestraou und der Promenade mit zahlreichen Restaurants sind es nur 100 Meter. Manchmal kommt ein Bauer und verkauft Wurst, Käste und einfache Gerichte aus der Region. Wer den alten Zöllnerpfad entlang wandern und die schönsten Blicke auf die Felsen der Côte de Granit Rose erleben möchte, ist hier genau richtig.

89 Avenue du Casino 
22700 Perros-Guirec

Tel. 0033 06 08 99 03 93

www.domainedetrestraou.com/de

5. Camping Plage de Trez Rouz

Der überschaubare Campingplatz ist vermutlich einer der schönsten auf der Halbinsel Crozon. Er liegt direkt an der D355, die zum Cap des Espagnos führt. Gleich gegenüber gibt es eine schöne kleine Badebucht und abends lockt ein grandioser Sonnenuntergang. Dazu gibt es ein kleines Hallenschwimmbad und komfortable Sanitäranlagen.

Route de la Pointe des Espagnols
29570 Camaret-sur-Mer

www.trezrouz.com

6. Plätze in Quimper

Zum Besuch von Quimper und ganz besonders des Festivals de Cornouaille bietet sich ein einfacher Wohnmobil-Stellplatz an der Avenue des Oiseaux an. Der Platz liegt direkt an der Halle des sports de Penhars und bietet keinen Service. Wer etwas mehr Komfort und eine Ver- und Entsorgungsstation sucht, fährt die Straße ein paar hundert Meter stadteinwärts und findet auf der rechten Seite den Camping Municipal Bois du Séminaire. Hier steht man inmitten eines kleinen Waldes.

Avenue des Oiseaux
29000 Quimper

Tel. 0033 298 55 61 09

www.quimper.bzh

7. Camping Municipal des Sables Blancs

Wer die langen Sandstrände der Côte de Cornouaille mit einem Besuch der Steinreihen von Carnac verbinden möchte, ist auf diesem weitläufigen Platz goldrichtig. Er befindet sich auf der Halb­insel Quiberon und bietet alles, was einen modernen Campingplatz ausmacht.

Les Sables Blancs an der D768
56340 Plouharnel

Tel. 0033 297 52 37 15

www.mairieplouharnel.fr

Artikel als PDF