Rundreise in Estland

Estonia

Die Rundreise durch Estland zeigt die vielen Facetten des baltischen Landes. Schöne Küstenabschnitte, einsame Landstriche, reizvolle Seen und schließlich die quirlige Hauptstadt Tallinn prägen die Reise. Einer der vielen Höhepunkte ist der Besuch des Lahemaa Nationalparks.

Beste Reisezeit

Mai bis September

Reisedauer

zwei Wochen

Länge der Route

650 km

Impressionen

Mit rund 1,3 Millionen Einwohnern gehört die Republik Estland zu den kleinen Ländern Europas. Dank EU-Mitgliedschaft und dem Euro als Zahlungsmittel ist der Reisende problemlos unterwegs. Mit den Fähren von Stena Line geht es samt Gespann oder Reisemobil nach Lettland. Die nächste Tagesetappe führt nach Estland. Eine ausreichende Zahl an Campingplätzen, die vielen neuasphaltierten Straßen und schließlich die günstigen Preise tragen zu einem unkomplizierten Urlaub bei. Die Rundreise beginnt in dem Seebad Pärnu, einem beliebten Kurort an dem Rigaer Meerbusen. Vom Campingplatz spaziert man an der Flusspromenade in das nette Stadtzentrum. Die freundliche Altstadt, die Parkanlagen und feine Sandstrände werden den Besucher begeistern. Über die Europastraße 67 geht es durch eine ebene Agrarlandschaft und Wälder nach Tallinn. Ab jetzt wird man die vielen Störche auf der Rundreise nicht mehr aus dem Auge verlieren.

Rathausplatz Tallinn
Rathausplatz Tallinn

UNESCO-Weltkulturerbe Tallinn

Für den Stadtbesuch der Hauptstadt sollte man mindestens zwei Tage einplanen. Gleich zwei Stellplätze stehen in Tallinn zur Verfügung. Das Herz der Hansestadt schlägt in der prächtigen Altstadt, die in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen wurde. Stolze Bauwerke verteilen sich in der Unterstadt und auf dem rund 48 Meter hohen Domberg. Über altes Pflaster spaziert der zufriedene Gast von einer baulichen Attraktion zur nächsten und besichtigt stattliche Kirchen wie den Dom, die Nikolaikirche, die Heiliggeistkirche oder Alexander-Newski-Kathedrale. Neben diesen sakralen Prachtbauten ziehen viele weitere Bauwerke den Besucher in ihren Bann. Viel Freude bereitet es durch die Gassen zu schlendern und eines der einladenden Restaurants oder Tanzlokale zu besuchen. Glücklicherweise hat die Stadt ihren mittelalterlichen Charme nicht verloren. Wer sich eine kurze Auszeit nehmen möchte, breitet einfach sein Badelaken an den Stränden aus und beobachtet das An- und Ablegen der vielen Fähren und Kreuzfahrtschiffe.

Alter Leuchtturm im Lahemaa Nationalpark
Alter Leuchtturm im Lahemaa Nationalpark

Lahemaa Nationalpark

Rund eine Autostunde ist der Lahemaa Nationalpark von Tallinn entfernt. In dem Ort Käsmu inmitten des Nationalparks steht ein Campingplatz zur Verfügung. Er ist ein idealer Ausgangspunkt um den ersten estnischen Nationalpark zu entdecken. Das Landschaftsbild des 726 km² großen Nationalparks wird durch Wälder, steppenartige Landschaften, Hochmoore und die Küste an der Ostsee geprägt. Hier liegen gewaltige Gesteinsbrocken, die eiszeitliche Gletscher hier abgelegt haben. Der Nationalparkbesucher wandert am Ufer entlang, pausiert an einsamen Stränden und erkundet ruhige Waldgebiete. Kurz nachdem man sich von dem Nationalpark verabschiedet hat, sollte man dem stattlichen Herrenhaus Palmse mit seiner reizvollen Parkanlage einen Besuch abstatten.

Riesiger Peipussee

Im weiteren Verlauf der Rundreise geht es über die mäßig befahrene Europastraße 20 in östliche Richtung bis zur Stadt Rakvere, die mit einer mächtigen Burgruine und alten Holzhäusern aufwarten kann. Weiter geht es über die E20, dann biegt man in südliche Richtung auf die Landstraße 3 ab und gelangt an den Peipussee. Er ist immerhin sieben Mal größer als der Bodensee und der fünftgrößte See in Europa. Die Grenze zu Russland verläuft mitten durch den rund 140 km langen See. Zum Baden laden die vielen Sandstrände am Nordufer ein und neben Badegästen zieht es auch Ornithologen an den Peipussee. Gut erholt geht es dann weiter über die Landstraße 3 zum wesentlich kleineren See, dem Saadjärve. Hier lohnt sich der Besuch des Eiszeitmuseums am Rande der Ortschaft Äksi, direkt am See. Mit lehrreichen Eindrücken über die Auswirkungen der Eiszeit in dieser Region fährt man nur wenige Kilometer bis Tartu.

Universitätsstadt Tartu

Rathausplatz in Tartu
Rathausplatz in Tartu

Ohne Zweifel gehört die Stadt Tartu an dem Fluss Emajogi zu den schönsten Städten des Landes. Rund ein Viertel der fast 100.000 Einwohner sind Studenten und so stößt der Besucher im Herzen der Stadt, rund um den prächtigen Rathausplatz auf ein junges Stadtleben. Vor dem Rathaus steht der Brunnen, in dem sich eine Statue mit zwei küssenden Studenten erhebt. Neben der Universität mit ihrer beachtlichen neoklassizistischen Architektur beeindrucken viele weitere Bauwerke wie die frühgotische Johanniskirche mit ihren Terrakottaskulpturen. Zu den weiteren Attraktionen gehören die Städtische Kunstsammlung und die einladenden Cafés und Restaurants.

Letzte Etappe

Von Tartu führt die letzte Etappe in westliche Richtung. Ein Stopp lohnt sich am Nordufer des großen Sees Vortsjärv, der mit einer Fläche 270 km² der zweitgrößte See des Landes ist. Da er nur wenige Meter tief ist, erwärmt sich der See im Sommer recht schnell. Gute Bademöglichkeiten bestehen rund um den Ort Vaibal. Nur wenige Kilometer sind es dann zum Erholungsort Viljandi, dem man einen Besuch abstatten sollte. Das Städtchen erstreckt sich in den Hügeln des Sakala-Gebirges und bietet einige Sehenswürdigkeiten. Über eine lange Hängebrücke geht es über den Burggraben zum Schlosspark, in dem die Ruinen an die einstige Burg des Schwertbrüderordens erinnern. Der Blick von der Burgruine zum östlichen Viljandi-See ist einzigartig. Das schmale Gewässer lockt mit Badestränden und einem Wassersportangebot. Hier kann der Reisende zum Abschluss der Reise ausspannen, bevor er nach rund einer Autostunde im Seebad Pärnu, dem Ausgangspunkt der Estlandreise, ankommt.

Wissenswertes über Estland

Camping- und Stellplätze

In Estland stehen ausreichend Campingplätze zu Verfügung. Überwiegend sind es einfache und kleine Campinganlagen, auf denen man sehr günstig übernachtet. Campingplätze findet man u.a. in Pärnu, Käsmu, Aseri, Kohtla-Järve, Toila, Saaritsa (Peipussee), Käo und Uulu.

Stellplätze sind eine Rarität. Immerhin verfügt die Stadt Tallinn über zwei Stellplätze. Sie befinden sich an der Messe und an der Olympia-Marina.

Literaturtipp

Baltikum

DuMont Reiseverlag

ISBN 978-3-7701-7787-5

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