Finn Selmer ist Konstrukteur in der Reisemobilkonstruktion. Er ist maßgeblich daran beteiligt, innovative und funktionale Designs für Reisemobile zu entwickeln. Im Interview gibt Finn spannende Einblicke in seine Arbeit, welche Projekte ihn besonders geprägt haben und welche Veränderungen er in der Branche beobachtet.
Kannst du dich kurz vorstellen?
Finn: Mein Name ist Finn Selmer und ich bin Konstrukteur in der Reisemobilkonstruktion. Ursprünglich habe ich von 2004 bis 2007 hier im Unternehmen eine Ausbildung zum Holzmechaniker absolviert. Nach meiner Ausbildung arbeitete ich ein Jahr als Facharbeiter in der Reisemobilproduktion. Danach habe ich die Weiterbildungen zum Holztechniker, Tischlermeister und Objektdesigner gemacht, bevor es mich 2011 wieder zu Hobby zurückzog. Anschließend bewarb ich mich auf eine Stelle im Bereich Entwicklung und Design – und war genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Was machst du in der Konstruktionsabteilung für Reisemobile?
Finn: In den letzten Jahren hatte ich die Möglichkeit, an zahlreichen spannenden Designprojekten mitzuwirken und eigene Ideen einzubringen. Mein Fokus liegt besonders auf der Gestaltung und Konstruktion von Baugruppen, sowohl im Interior als auch im Exterior. Ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit ist die dreidimensionale Planung und Modellierung dieser Designideen. Besonders viel Freude bereiten mir Konzeptzeichnungen und das Entwickeln ganzheitlicher Lösungen.
Gibt es ein Projekt, an dem du besonders gerne gearbeitet hast oder das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Finn: Das Fahrzeug, das mich am meisten geprägt hat, war das Premium Reisemobil, das 2012 fertiggestellt wurde. Für das Fahrzeug habe ich das Heck entworfen, da war ich gerade mal 24 Jahre alt. Es wurde ein Styropormodell im Maßstab 1:1 bestellt, um zu prüfen, ob das Design stimmig ist. Den Heckspoiler musste ich dann umgestalten, um den Übergang zum Dach dynamischer zu gestalten. Ich war erstaunt, wie viel Vertrauen mir entgegengebracht wurde. Zur ersten Serie war dann alles behoben und wir hatten ein Reisemobil im Portfolio, das seiner Zeit weit voraus war.
Was hat sich deiner Meinung nach im Reisemobilbau in den letzten Jahren am meisten verändert?
Finn: Das Bewusstsein für Design ist in unserer Branche in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Es gibt heute ausgefeilte Marketingkonzepte, die den Kunden gezielt in den Mittelpunkt stellen. Es geht um Menschen und Emotionen. Die unterschiedlichen Fahrzeuglinien präsentieren wir inzwischen in begehrenswerten Wohnwelten.



Wie läuft die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen?
Finn: Die Zusammenarbeit basiert auf jahrelangem gegenseitigem Vertrauen. Wir sitzen alle im selben Boot und arbeiten in dieselbe Richtung. Die Qualitätssicherung trägt beispielsweise entscheidend dazu bei, die ohnehin hohe Qualität unserer Produkte weiter zu steigern. Wenn von dort ein Hinweis kommt, dass etwas überdacht werden sollte, nehmen wir diese Anregungen dankbar an.
Hast du einen Lieblingsort oder -moment bei der Arbeit, den du besonders magst?
Finn: Mein Lieblingsort ist ganz klar die Modellhalle, hier werden auf Basis unserer theoretischen Konzepte echte Muster, oftmals sogar ganze Fahrzeug-Prototypen gebaut. So können wir die Baugruppen auf Machbarkeit überprüfen und ggf. anfallende Fehler beheben, bevor die neuen Fahrzeuge in Serie gebaut werden. Die Kollegen dort können echt alles bauen und wenn man selbst mal nicht sofort auf den perfekten Lösungsweg kommt, dann stehen einem die Kollegen dort mit Rat und Tat zur Seite.
Wenn du ein kleines „Geheimnis“ aus deinem Arbeitsalltag verraten könntest, was wäre das?
Wer anderen zuhört, hat die Chance etwas Neues zu lernen. Ich kenne das selbst auch, man möchte so gerne anderen von der eigenen Meinung erzählen, dass man mitunter ganz vergisst auch mal eine Frage zu stellen. Dabei werden viele Gespräche erst dann richtig interessant, wenn man dem gegenüber auch mal in Ruhe zu hört. Wenn ich durch die Firma gehe, höre ich von vielen Kollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen viele tolle Ideen, oftmals sind das sogar Ideen die vielleicht Jahre später in der ein oder anderen Form realisiert werden. Denn das ist doch der Grund, weshalb wir alle hier sind, wir wollen alle zusammen an der Herstellung guter Produkte mitwirken.

