Zukunft der Arbeit: Engagement für altersgerechte Arbeitsplätze

Interview mit Andreas Wall

09.01.2024

In einer Welt, in der sich die Arbeitsbedingungen ständig verändern, ist es entscheidend, sich an die demografischen Veränderungen anzupassen. Laura Masuhr aus der Marketingabteilung spricht mit Andreas Wall, Abteilungsleiter in der PU-Produktion, über seine Initiativen zur altersgerechten Arbeitsplatzgestaltung.

Laura: Andreas, erzähle uns doch etwas über dich und deine Rolle als Abteilungsleiter in der PU-Fertigung.

Andreas: Mein Name ist Andreas Wall, ich bin 44 Jahre alt und leite seit 2021 die PU-Fertigung. Zu meinen Hauptaufgaben gehören die Mitarbeiterführung, die Produktplanung, die Arbeitseinteilung und die Entwicklung neuer Teile, oft aus eigener Initiative oder auf Anregung von Vorgesetzten. In der PU-Fertigung, die für die Herstellung von Produkten aus Polyurethan steht, sind wir auf die Herstellung und Verarbeitung dieses vielseitigen Kunststoffs spezialisiert. Polyurethan wird in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt, von Schaumstoffen für Polsterungen bis hin zu Beschichtungen, Dicht- und Klebstoffen. 

Laura: Wie kam es dazu, dass du für einen deiner Mitarbeiter einen altersgerechten Arbeitsplatz eingerichtet hast? Gab es dafür einen besonderen Anstoß?

Andreas: Die Initiative entstand, als ein älterer Mitarbeiter gesundheitliche Probleme bekam. Wir waren gerade dabei, Leisten für unser Projekt "Beachy" herzustellen, und ich hatte die Idee, einen Dickenhobel einzusetzen, um die Produktion zu optimieren und dem Mitarbeiter eine wertvolle Rolle im Team zu geben. Ein Dickenhobel ist eine spezielle Holzbearbeitungsmaschine, mit der Holz auf eine gleichmäßige Dicke gehobelt und geglättet wird. Sie ist besonders nützlich in der Massenproduktion, wo Präzision und Effizienz wichtig sind. Durch die Einstellbarkeit der Maschine kann die Dicke des Holzes genau kontrolliert werden, was die Bedienung für unseren Mitarbeiter mit eingeschränkter Mobilität erleichtert und es ihm ermöglicht, weiterhin aktiv und wertvoll für das Team zu sein.

Laura: Welche konkreten Veränderungen hast du am Arbeitsplatz vorgenommen? Wie wurde dies von den betroffenen Mitarbeitern und dem Team aufgenommen?

Andreas: Für die Umsetzung des altersgerechten Arbeitsplatzes waren einige bauliche Veränderungen notwendig. In unserer nicht allzu großen Halle mussten wir den Schließträger entfernen, um Platz für die Dickenhobelmaschine zu schaffen. Außerdem war es wichtig, alle Mitarbeiter im Umgang mit der neuen Maschine zu schulen. Die Reaktionen im Team waren durchweg positiv. Vor allem der Mitarbeiter, für den wir diesen Arbeitsplatz geschaffen haben, war begeistert. Meine Kollegen schätzten insbesondere, dass wir jetzt effizienter arbeiten als zuvor, da wir nun mehrere Arbeitsschritte einsparen und einen besseren Überblick über die Produktionsteile haben. Ein weiterer Pluspunkt war die Botschaft, die wir damit aussenden: Wenn ein anderer Mitarbeiter in eine ähnliche Situation kommt, weiß er, dass auch für ihn ein Platz im Team sicher ist. Das hat das Vertrauen und die Moral im Team deutlich gestärkt.

Laura: Gab es herausfordernde Momente oder besondere Highlights bei der Gestaltung des altersgerechten Arbeitsplatzes, die du gerne mit anderen teilen möchtest?

Andreas: Oh ja, es gab einige knifflige Momente. Eine besondere Schwierigkeit war, dass meine Idee, einen Dickenhobel für den altersgerechten Arbeitsplatz einzusetzen, zunächst in einer anderen Abteilung umgesetzt werden sollte. Ich musste mich wirklich durchsetzen, um dieses Projekt in meiner eigenen Abteilung umzusetzen. Es brauchte ein wenig Überzeugungskraft, aber schließlich konnte ich meine Vorgesetzten davon überzeugen, dass es am sinnvollsten ist, diesen Ansatz in der PU-Fertigung zu verfolgen. Der Höhepunkt war definitiv, als ich die Zustimmung bekam und diese Neuigkeit unserem älteren Mitarbeiter mitteilen konnte. Zu sehen, wie er reagierte, und zu wissen, dass wir ihm einen wertvollen und angepassten Arbeitsplatz bieten konnten, war für mich ein echtes Highlight. 

Laura: Siehst du dies als einen Trend, dem mehr Unternehmen folgen sollten?

Andreas: Unbedingt. Der demografische Wandel spielt eine große Rolle. Es ist wichtig, das Wissen und die Erfahrung älterer Mitarbeiter zu schätzen und sie weiterhin in sinnvollen Tätigkeiten einzusetzen. Das stärkt unsere Unternehmenskultur enorm.